Kalifornien verabschiedet neue Regularien gegen Weight-Cut-Wahn!

Das Ende des extremen Gewichtmachens?

Im kalifornischen Anaheim wurde vor kurzem die größte Weight-Cut-Reform in der Geschichte des MMA verabschiedet. Ein 10-Punkte-Programm der California State Athletic Comission (CSAC), welches einen Gewichtscheck am Kampftag, härtere Strafen für das Nichteinhalten des Gewichtslimits, sowie die Einführung zahlreicher neuer Gewichtsklassen vorsieht, soll dem Weight-Cut-Wahn entgegensteuern. Erstmals sollen die neuen Regularien bei UFC 214 am 29. Juli 2017 getestet werden. Bei diesem Event trifft Jon Jones im Titelkampf im Halbschwergewicht auf Champion Daniel Cormier.

Neu ist, dass ein Kämpfer, der sein Gewicht beim Weigh-In verfehlt, zusätzlich zu den 20 % seiner Antrittsgage noch 20 % seiner Siegprämie abtreten muss, also 40 % seiner Gesamtgage abgibt! Wiederholungstäter wird seitens der Komission ein Wechsel in die nächsthöhere Gewichtsklasse nahegelegt.

Auch eine nachträgliche Gewichtsüberprüfung am Kampftag soll zur Routine werden. Kämpfer sollten laut der CSAC nicht mehr als 10% ihres Gewichts cutten. Eine Strafe für einen Übertritt ist allerdings (noch) nicht vorgesehen - auch hier wird lediglich eine unverbindliche Empfehlung für einen Gewichtsklassenwechsel ausgesprochen.

Kontrovers dürfte die Einführung der neuen Gewichtsklassen sein:  165 lbs (74,8 kg), 175 lbs (79,3 kg), 195 lbs (88,5 kg), und 225 lbs (102 kg) sollen bereits bei dem anstehende PPV-Event UFC 214 im Juli eingesetzt werden. Der Executive Officer der CSAC, Andy Foster, bestätigte, dass der 10-Punkte-Plan in Kooperation mit den neuen Besitzern der UFC (WME-IMG) entstand und diese das Programm voll und ganz unterstützen. Auch seitens der Promotions Bellator, Invicta und der UFC selbst, gab es bereits schriftliche Zustimmungen zum Plan der CSAC.

Einen Haken hat das Ganze aber: vor allem in Sachen Gewichtsklassen müssen die Veranstalter hier nicht mitziehen. So hat Bellator beispielsweise ein Gesuch bei der CSAC eingereicht, die Gewichtsklassen schrittweise einzuführen.

Die CSAC schlug ebenfalls vor, ähnlich wie es im Boxen der Fall ist, Gewichtschecks 30 Tage und 10 Tage vor Kampftag durchzuführen, um sicherzustellen, dass der Kämpfer sein vertraglich vereinbartes Kampfgewicht sicher auf die Waage bringen kann. Dies ist allerdings noch Zukunftsmusik, da Foster befürchtet, dass Kämpfer wiederum für diese Termine radikal Gewicht cutten würden.

Was aus diesen Plänen nun konkret durchgesetzt wird, wird sich zeigen. Fakt ist, dass die CSAC ein Vorreiter auf dem Gebiet der Weight-Cut-Reformen ist. Beispielsweise ist die CSAC verantwortlich für die sogenannten Early Weigh Ins, bei denen Kämpfer morgens bis nachmittags Zeit haben um auf die Waage zu steigen, um mehr Erholungszeit zu haben. Diese Methode hat sich mittlerweile nicht nur in Kalifornien, sondern nahezu überall in den USA durchgesetzt.

(Bild via Andreas Ramsauer, Bericht via Sergej Engels)