Fight Night Liechtenstein: Poppeck gewinnt nach Punkten, Altergott unterliegt!

Gestern fand das zehnjährige Jubiläum der Fight Night Liechtenstein statt, die von Mike Kieber organisiert wird. Wie gewohnt war die Halle voll, um die 1.000 Zuschauer dürften den Event verfolgt haben. 14 der 16 Fights wurden nach MMA-Rules ausgetragen (Bild: Altergott rechts vs. Said nach Kampf).

Die Vorkämpfe überzeugten auf ganzer Linie. Sehr schön war das Duell zwischen dem Züricher Cedric Vogel, der sich trotz Gewichtsnachteil in einem Kampf bis 66kg gegen den Lokalmatadator Claudio Engler exzellent verkaufte, am Ende aber nach Punkten verlor.  Mit Daniel Vogl haben die Liechtensteiner ein weiteres Talent in ihren Reihen, er holte sich gegen den Dimitry Blum aus Leutkirch einen umkämpften aber lehrreichen Punktsieg.

Im Hauptprogramm sorgte das KO von Mathias Martic für reichlich Aufsehen, der den kurzfristig eingesprungenen Schweizer Staykov nach 20 Sekunden mit viel Explosivität in den Fäusten zu Boden schickte. Auch Alex Budja vom German Top Team holte ein Erstrunden-KO gegen den Ungarn Patkos, der nach einem Faustschlag wie ein nasser Sack zu Boden fiel, sich aber schnell wieder erholen konnte. Daniel Stanpfl unterlag dem Baden-Württemberger Selvin Ramcilovic mit Armbar in Runde 2.

Gegen 1 Uhr nachts starteten dann die beiden Main Fights, die Halle war zu diesem Zeitpunkt nur noch spärlich gefüllt. Im Gegensatz zu den Kämpfen zuvor wurden die Zuschauer hier nicht besonders verwöhnt, waren es zwei sehr statische Kämpfe. Anders als bspw. bei dem letzten UFC Event in London zu beobachten war, wurden die Kämpfe lange am Boden fortgeführt ohne einen Neustart im Stand durch den Referee herbeizuführen.

Jaroslav Altergott aus Leutkirch traf auf den Schweizer Mohamed Said in der Gewichtsklasse is 84 kg. Der Deutsche gab wie in seinen letzten Duellen, eine Reihe von Takedowns ab, wodurch er die meiste Zeit aus der Unterlage in der Guard kämpfte. Dort fighteten die zwei um jeden Millimeter, Said punktete sich aber durch sein GNP nach vorne, ohne Wirkungstreffer zu hinterlassen - die Angriffe aus der Guard des Deutschen waren hingegen nicht konsequent genug. Ging es wieder in den Stand, holte der Schweizer gleich den nächsten Takedown. Nur am Ende wurde es nochmal richtig brenzlig, als Altergott in Runde 3 einen Beinhebel ansetzte. Man war sich dann nicht sicher, ob der Schweizer getappt hat oder nicht, weshalb die Ecke aus Leutkirch Einspruch einlegen möchte. Der Kampf wurde fortgeführt und Said holte sich den Punktesieg.

Im Main Event zwischen Fitim Ukelli und Alexander Poppeck dann ein ähnliches Bild. Der Deutsche holte sich nach einen Takedown schnell die Oberlage am Boden und bearbeitet den Österreicher durchgehend mit Schlägen. In Runde 1 hatte man das Gefühl, dass Poppeck eine Dauerserie am Boden anbringt, er ließ nicht davon ab Ukelli mit GNP zu malträtieren, wodurch er ihm keinen Platz zum Agieren gab. Der Linzer hatte dagegen keine Antwort, bestenfalls kämpfte er sich in die Full Guard zurück und schlug aus der Unterlage wacker nach oben. In Runde 2 war Ukelli schnell klar, dass er etwas ändern musste. Er schaffte selbst einen Takedown, kann aber kein Ergebnis daraus ziehen, sondern findet sich nach einer Drehung bald wieder selbst in der Unterlage. Ähnliches Spiel dann bis zum Rest der Runde sowie in der abschließenden Runde 3. Der Münchner ist in der Top-Position, aus welcher er gut arbeitet, vereinzelt sogar harte Wirkungstreffer durchbringt und selbst nur wenige Treffer wie einen vereinzelten Upkick kassiert. Im Ergebnis sahen wir einen verdienten Punktesieg für Poppeck. Man konnte ganz klar sehen, dass der Gameplan von Team Impact besser ausgeführt war. In den einzelnen Situationen wo im Stand gekämpft wurde, traf Ukelli gut, hatte aber gestern nicht Takedowndefense und Mittel, um das Duell in dieser Distanz zu halten.