Die fünf besten Kämpfe auf bayrischen Boden!

Lasst uns gemeinsam auf die MMA-Geschichte in Bayern zurückblicken, Seit 2009 gibt es bereits professionelle MMA-Events im Freistaat Bayern. Um die 200 MMA Kämpfe dürften es seither gewesen sein. Wir möchten in diesem Artikel, die, nach unserer Einschätzung nach, fünf besten Fights davon vorstellen.

Nummer 5: Patrick Simon vs. Jonny Kruschinske

Am 12. April 2015 duellierten sich der Münchner Patrick Simon und der Dresdner Jonny Kruschinske in einem Mainevent nach 3 x 5 Minuten. Der Kampf hatte schon im Vorfeld viel Brisanz in sich, gewann Kruschinske zuvor in München gegen den langjährigen Konkurrent von Simon, Andreas Braun. Dieser galt in München als Meister der Bodenkampfes, wurde aber von Kruschinske im Grappling mit zunehmender Kampfdauer “abgefrückstückt“ und letztlich sogar getappt. Die Insider waren nun unschlüssig, ob der Badass aus München, der Bodenstärke sowie hohen MMA-Erfahrung Kruschinskes gewachsen ist. Patrick Simon strafte in diesem Duell seine Kritiker Lügen, mit einem taktisch perfekten Kampf holte er sich den einstimmigen Punktsieg,  

Nummer 4: Ruben Wolf vs. Calvin Lyons

Der Augsburger Ruben Wolf ist mittlerweile zu einem der gefragtesten Schwergewichtler der europäischen Szene herangewachsen. Er gewann Titel in England und kämpft auf den größten Events in Russland. Im September 2013 war er noch am Anfang seiner Karriere mit einer durchwachsenen Bilanz von vier Siegen und vier Niederlagen. Im Gegenüber stand mit Calvin Lyons ein Irak-Veteran der US-Army, welcher seine ersten beiden Kämpfe mit TKO für sich entschied. Lyons, ein typischer Brawler, machte in dem Duell gegen Wolf von Anfang an Druck. Der Bayer musste bis an seine körperlichen Grenzen gehen. Mit einem RNC konnte er vor einem sichtbar aufgehetzten Publikum kurz vor Kampfende den US-Ami tappen, wodurch er gerade noch so das Punkteurteil abwenden konnte.  

Nummer 3: Andreas Hasselbacher vs. Daniel Stampfl

Der 19-jährige Andreas Hasselbacher zeigte im Mai 2016 in seinem zweiten Pro-Fight, warum er das Zeug hat, im MMA ganz nach vorne zu kommen. Es ging gegen den Innsbrucker Stampfl, der weitaus besser als seine Bilanz von 2 zu 4 war, verlor er zuvor gegen zwei unangenehme Gegner nur knapp nach Punkten. Dennoch war von Beginn an klar, dass Hasselbacher im Stand-Up den Ton angibt, er deckte seinen Gegner aus Österreich mit variablen Schlägen aus allen Lagen ein. Der Innsbrucker ließ sich jedoch nicht entmutigen, er kämpfte wie ein Berserker um jeden Takedown, wodurch es bis zur letzten Runde eng auf den Punktezetteln war. In Runde 3 machte der Nürnberger dann etwas mehr und holte sich den Kampf nach Punkten. Stampfl lag nach dem Kampf entkräftet vor der Halle, sein Kämpferherz wird uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

Nummer 2: Ulas Aslan vs. Robert Westermann

Im April 2009 fand der erste Cage-Fight in der Münchner Sportgeschichte statt. Im Mainevent konnte man seinerzeit zwei Veteranen des damals noch sehr jungen Sports verpflichten. Der Bielefelder Aslan konnte im Kampf zuvor den späteren M-1 und KSW-Veteranen, Niko Puhakka, in Finnland vor dessen Publikum submitten. Sein Gegner aus Stuttgart, galt damals als einer der erfahrensten Kämpfer in Süddeutschland, schaffte aber den Durchbruch noch nicht wirklich. Gegen den Favorit Ulas Aslan sah es zu Kampfbeginn aus, als wäre der Knoten bei Westermann geplatzt. In körperlicher Bestform war er der bestimmende Mann im Cage. Im längeren Kampfverlauf wendete sich das Blatt jedoch, bis der Bielefelder mit einem TKO-Sieg Mitte der dritten Runde das Duell nach Hause holte. Dieser Kampf wurde im Anschluss bei dem Magazin GNP zum Kampf des Jahres 2009 gewählt – der Auftakt in Bayern war somit gelungen.

Nummer 1: Patrick Simon vs. Sebastian Steinmann

Der Dresdner Steinmann war der zweite Ostdeutsche, der nach Kruschinske in die bayerische Landehauptstadt kam, um sich mit dem Lokalmatador, Patrick Simon, zu messen. Im September 2015 ging um den Aggrelin-Weltergewichtstitel. Im Vorfeld des Kampfes hielt der Mann mit dem Kampfnamen Skelettor den Ball flach, gab er an, nicht 100% austrainiert zu sein. Auch beim Wiegen überraschte Steinmann, lag er einige Kilo unter dem Limit von 77kg, Als der Fight jedoch losging, was schnell klar, dass der Ostdeutsche nicht zum Verlieren nach München gekommen ist – er war optimal auf das Game von Simon eingestellt. Es war ein Kampf auf Messers Schneide zweier technisch sehr gut ausgebildeter Allrounder des Sports. Das Publikum fieberte bis zum Ende mit. Patrick Simon konnte sich dank eines gezielten Gameplans und seiner Körpertreffer zur Leber den einstimmigen Punktsieg nach 15 Minuten Kampfzeit holen.  

(Bild: Simon oben vs. Steinmann ein Kampf um jeden Zentimeter via Roel Fleuren)