Das dreckige Business mit den Kämpfer-Datenbanken!

Im MMA-Bereich gibt es weniger als eine Handvoll seriöser Datenbanken, die nahezu alle relevanten Fights auflisten und somit ein umfassendes Profil für jeden aktiven MMA-Kämpfer der Welt erstellen. Dies ist grundsätzlich eine tolle Sache, besteht die Chance, sich mit einer tollen Bilanz weltweite Aufmerksamkeit zu holen (Bild via Kerkhof).

Diese Datenbanken entscheiden über Karrieren und der Einstufung in Rankings. Gute Bilanzen sind der Schlüssel zu großen Fights. Dies liegt mitunter auch an der Schnelllebigkeit des MMA-Sports. Matchmaker haben oft nur kurz Zeit die Profile durchzugehen. Schlechte Statistiken landen dann bildlich betrachtet schnell im Müll.

Die Ergebnisse werden übrigens bei den seriösen Seiten von den Veranstaltern übermittelt. Hierzu sind Videos und weitere Nachweise offenzulegen und genaue Formvorschriften einzuhalten.

Trotz der sehr gewissenhaften Arbeit der Macher der Datenbanken – wir möchten den Betreibern keinerlei Vorwürfe machen und bewundern deren Arbeit - öffnet diese Reduzierung auf Statistiken Tür und Tor für Unstimmigkeiten aller Art. Natürlich steckt oftmals keine Absicht dahinter, in einigen Fällen vermutlich allerdings schon.

Drei Probleme hieraus möchten wir euch nun gerne beschreiben. Wir werden bewusst auf Namen und Beispiele verzichten, da wir keine Abmahnungen riskieren möchten, das Thema ist brandheiß.

Kämpfer sind unter verschiedenen Namen zu finden

Oftmals findet man mehrere Profile zu Fightern. In einigen Fällen ist eines dann ein Älteres mit einigen Niederlagen und ein Neues mit einem positiven Rekord. Da man den Kämpfer vorwiegend mit seinem neuen Namen kennt, sind die Niederlagen dadurch vergessen. Möglich ist jedoch auch, dass der Veranstalter falsch gemeldet hat, hier ist dann vom ihm nachzuarbeiten, auch wenn es Jahre zurückliegt.  

Kämpfer holen sich unverhältnismäßige Aufbausiege

Sieht man eine Masse von Siegen im Rekord gegen Debütanten oder Kämpfer mit einer Negativbilanz, muss man hellhörig werden. Ob der Gegner nun wirklich so schlecht war oder einfach freiwillig aufgegeben hat, ist schwer zu unterscheiden. Sicher ist allerdings, es ist in beiden Fällen äußerst unsportlich. Noch dazu, wenn der Fighter sonst keinen einzigen vernünftigen Sieg im Rekord hat, durch die Aufbausiege aber letzten Endes mit einer ansprechenden Bilanz dasteht.  

Waren es wirklich Pro-Kämpfe?

Es finden sich auf einmal Kämpfe in Datenbanken von Events Ende der 90er die nachgetragen wurden. Ob dies nun wirklich MMA-Pro-Fights waren oder eher artverwandte Fights, ist nicht mehr nachzuprüfen, da öffentliches Videomaterial oftmals fehlt. Auch gibt es Beispiele bei denen mit dem Veranstalter ein Amateur-Kampf ausgemacht wurde, dieser aber am Ende als Pro listet. In ganz extremen Fällen handelt es sich um ganz andere Sportarten wie Kick- oder Thaiboxen.

Für die Laien gibt es eine Hilfestellung, mit welcher man schnell sehen kann, wie gut ein Fighter ist. Klickt einfach die Datenbanken durch und seht nach, wie viele Siege gegen Gegner mit Positivbilanz zu finden sind.

Die Insider sollten sich hingegen schnell überlegen, wie man Abhilfe schaffen kann. Die deutsche Szene bräuchte unserer Meinung nach dringend ein Quality Gate, um sicherzustellen, dass hier nicht unsauber gearbeitet wird. Kämpfer schieben sich nämlich so nach vorne und verbauen anderen Fightern die Chance. Und sogar Trainer machen sich durch vergangene Siege größer als sie sind und werben anderen Schulen ggf. Kämpfer ab.